und einen angenehmen, besinnlich-besonderen 3. Advent Ihnen allen!
Es ist mir eine Ehre, Ihnen den "West Point - Hogwarts - Adventskalender" vorzustellen, welcher - eine Woche bevor das Semester an dieser Zauberschule zu Ende geht- die Fuelle an Ueberraschungen, Verdrehtheiten, denk- und merkwuerdigen Ereignissen und eine Prise Narretei darstellt, die sich hier in der so schnell vorbeigaloppierenden letzten Zeit zugetragen haben.
(Bestellungen richten Sie bitte an: Knecht Ruprecht Inc., 312 Rockefeller Plaza, New York City, NY, USA, 39,99 $ UVP per Paypal / Money Order oder Internationaler Ueberweisung. Wenn Sie in den naechsten 20 Minuten bestellen, erhalten Sie 2 "Rudolph the Rednose-Reindeer's Nasenwaermer" fuer sich und Ihre Lieben GRATIS dazu!)
1. Dezember: Nordkorea und Suedkorea beschiessen (man tausche "i" und "e" aus, um die diplomatisch korrekte Schreibweise zu erhalten) sich gegenseitig mit Artillerie, beschuldigen den jeweils anderen und benehmen sich auch sonst voellig daneben (4 Tote, 8 Verletzte, brennende Doerfer). Es wird Zeit, dass Advent, Weihnachten und kapitalistisch-konsumgesellschaftliche Besinnlichkeit auch in Asien Einzug halten. Bedenken ueber den sachgerechten Verkauf biblischer Grundlagen, Jesus-Baby-Figuren und Lebkuchen richten Sie am besten an den Vatikan, "Toys R Us" und "Nestle, Corp.".
3. Dezember: Das glorreiche Vermaechtnis der Firma "SEGA" wird - China sei Dank - von emsigen chinesischen Fabrikarbeitern am Leben erhalten, denn in ihren 16 Stunden Schichten mit 66 Cent Stundenlohn produzieren sie Schmuckstuecke wie den "SEGA Retrogen" und den "SEGA Gopher" (= Erdmaennchen :) die fuer US/ EU Spottpreise die guten alten Zeiten der Videospielgeschichte wieder auferstehen lassen.
4. Dezember: "2001: A Space Odyssey" gewinnt den West Point Ehren-Oscar als bester Vorweihnachtsfilm. Schmiergeld um die Preisrichter zu bestechen: 20 $ in Bierwasser. "Moetley Crue"-Rockstar Kostuem um den 41 Jahre alten, immer noch bahnbrechenden Sci-Fi-Urvater standesgemaess zu bewundern: 30 $. Sein "Social and Historical Sciences Department" Paper von 22 Seiten in eben diesem Kostuem mit circa 200 Gleichgesinnten in einer herrlich sinnfreien, verspaeteten Faschingsparade beim Dekan von West Point einzureichen: PRICELESS!
5. Dezember: "TEE Enterprises" wird von den US Unternehmern Todd Miller und Erik Hoempler sowie dem deutschen "18-Wheels-and-bigger-Truck-Accident-Attorney" Erik Steffen gegruendet und geht mit 655 Mitarbeitern und 1.400.000 $ Startkapital an die Boerse. Die Personalmanagement-Simulation, welche uns die Firma gruenden laesst, ist Teil unseres Human Resource Management Kurses und laesst 20 Teams ueber die naechsten Wochen gegeneinander antreten, Personalentscheidungen treffen, Geld veruntreuen und Mitarbeiter umsorgen, ausbeuten und sogar zu sittenwidrigen Gegenleistungen fuer Gehaltserhoehungen auffordern.
6. Dezember: Der Nikolaus wird in den USA leider immer unpopulaerer, wie neueste Studien zeigen. Weit abgeschlagen auf dem 4. Platz aller Festtagspersoenlichkeiten (nach Weihnachtsmann, Rudolph the Rednose Reindeer und Bruce Willis), muss sich "Saint Nic", wie er in den USA genannt wird, der immer groesser werdenen Masse an Schuhputz-faulen Kindern erwehren. Oberstleutnant DJ gedenkt dem Nikolaus, indem er die deutschen und oesterreichischen Austauschleutnante waehrend ihrer woechentlichen Konferenz mit einem Bundeswehr-Kampfstiefel um Naschkram und Lebkuchen wuerfeln laesst.
7. Dezember: Disziplinarverfahren um 5 Uhr morgens sind unweihnachtlich genug. Wenn jedoch Mitglieder meiner Gruppe zum wiederholten Mal die diszi-Rute zu spueren bekommen, muss, Wortlaut Kompanie-Chef, hart durchgegriffen werden. Zusaetzlich zu ihren 15 Stunden Straf-Exerzieren am Wochenende mussten die 2 schulschwaenzenden Schlingel ihren Gruppenfuehrer 24 Stunden lang begleiten, um zu sehen "wie ein harter Schultag aussieht!...und schwaenzen kann der Deutsche auch nicht, also nehmt euch ein Beispiel!" (Zitat Chef). Das Ergebnis dieser arbeitsgemeinschaftlichen Menage-a-trois bestand in einem ueberfuellten Psychologie-Dozenten-Buero, in welchem wir ein Briefing zur klinischen Psychologie von Mortalitaetsakzeptanz zu geben hatten, der diplomatischen Konfliktloesung zwischen einem Eichhoernchen und einer Kraehe, die sich auf dem Parkplatz des lokalen Supermarkts -ganz unweihnachtlich und dafuer nord-suedkoreanisch- zu zerfleischen drohten und einer blitzblanken Gruppenfuehrer-Stube, die fuer den letzten Stubendurchgang der Brigade knapp 5 Stunden gewienert wurde.
8. Dezember: Der Brigadenstubendurchgang beginnt um 6 Uhr morgens, um 9 Uhr erscheint der Kommandeur, sagt kein Wort und geht wieder, um 10 Uhr wird der Stubendurchgang fuer beendet und in der Kompanie als bestanden erklaert und 95% aller Beteiligten legen sich froh und besinnlich bis nachmittags schlafen. Ganz im Stile der "Weihnachtsgeschichte" spukt es durch den wohlverdienten Schlaf von einem Stubenkameraden meiner Stube: Rob schlafwandelt bemerkenswert lautlos durch den Raum und wieder bis vor das Buecherregal, allerdings schreckt er Colin und mich ernsthaft auf, als er anfaengt "All the leaves are brown" von den "Mamas and Papas" in das Regal zu singen.Der Song erinnert mich an das wirklich schoene Thanksgiving, dass ich dieses Jahr mit Kadett Jason und seiner Family in New Jersey hatte: Nach einem angeblich verkuerzten Schultag, der uns einfach nur frueher (6.20 Uhr) in den Unterricht jagte, nahm uns Jason's Dad in das "Dirty-Dancing-Anwesen" mit, in dem wir bereits das "Kolumbus Wochendende" verbracht hatten. Bei - 5 Grad war es zwar recht kalt, sich ein Thanksgiving Highschool Footballspiel bei Nacht reinzuziehen, aber in irischen Bars in Easton, Pennsylvania und einer Karaoke-Trucker-Kneipe am Strassenrand wurde der Festtagsgesellschaft wieder Leben und Bierwasser eingehaucht. Waehrend wir am Abend vor Thanksgiving in der Lkw-Fahrer-Kaschemme "All the Leaves are brown" groehlten, wurde der Polizeichef von Easton von seinen Kollegen erwischt, wie er am selben Abend (nach unseren Erkenntnissen auf einem anderen Parkplatz) mit einem Lkw-Fahrer in dessen Kabine sein ganz eigenes Thanksgiving feierte.
Unser Thanksgiving wurde da traditioneller zelebriert: Mit Truthahn-Dinner, Ommas, Onkeln und Jason's Familie und dem ersten Schnee dieses Winters.
9. Dezember: Das lange Thanksgiving-Wochenende wurde durch einen hoechst lehrreichen Trip nach Philadelphia abgerundet, der sich mit allen Hurra-Patriotischen Wassern (aus Delaware und Potomac River) gewaschen hatte. Jason's Dad als alter Boyscout-Praesident fuehrte durch die US Revolutionsgeschichte, den ehemaligen Senat und Kongress der ehemaligen Hauptstadt der USA (jahaa, Philadelphia war's!), durch das beschauliche Haus der beruehmtesten Schneiderin der USA, Betty Ross, die die US Flagge entwarf und Benjamin Franklin's Jugendhaus, Buchladen, Baeckereien und Hotels.
Zitat Touristenfuehrer: "Der gute alte Ben war der PIMP von Philly!". Im US Museum fuer den amerikanischen Soldaten, der schnarchlangweiligen Muenzpraegerei und vor der "Liberty Bell", der alten Glocke des alten Rathauses von Philadelphia, wird dem geneigten Besucher erst bewusst, wie facettenreich und (geschichtlich und kapitalistisch) ertragsreich die Fruehgeschichte der USA ist.
10. Dezember: Dr. Jason Yin von der Harvard Business School besucht unseren Personalmanagement Kurs und erzaehlt auf sehr nette und freundlich-bescheidene Art, wie China sein unglaubliches Wirtschaftswachstum, demografischen und technologischen Wandel und nach und nach die Weltherrschaft angeht. So wohltemperiert und diplomatisch, wie Dr. Yin den entsetzten Amis die naechsten 20 Jahre und ihren Absturz als Weltmacht erklaert, kann man ihm doch nicht boese sein.
11. Dezember: Micha, Robin und ich haben das Glueck, als 3 von 8 deutschen Austauschstudenten die sagenumwobene "Elephant Bar" in den Tiefen des Staates New York besuchen zu duerfen. Ein unterhaltsames Duo von Obersten sprach uns Mittags an, ob wir deutsch seien und waren so erfreut darueber, dass wir's sind, dass sie uns in das beste Steakhouse der US Ostkueste mitnahmen. Mit 600 Gramm zartschmelzendem Filet-Steak, das sich bereits aus Angst von selbst im Mund zerlegte, unglaublich geschmacksintensiven Gewuerzgurken und zahntriefendem Brownie-Kuchen-Eis auf's Haus plauderten wir ueber die Entwicklungen im US und DEU Militaer, die Dringlichkeit asiatischer Weihnachten und die Memoiren der Obersten an ihre Einsaetze in Deutschland, Afghanistan und im Irak.
Meine Damen und Herren, ich wuensche Ihnen eine frohe zweite Adventshaelfte, lassen Sie es sich gut gehen und HO-HO-HO-lido aus der Weihnachtszauberschule!











Mein lieber Erik,
AntwortenLöschendas klingt Alles sehr interessant und nach viel Spassss... Wie es aussieht, hast Du die Lederhose schon?
Freu mich auf Dich + Hab Dich ganz doll lieb!
Küsschen Mama