die letzten Wochen waren angefuellt mit Action, Ausnahmesituationen und wenig Zeit fuer Berichterstattungen, aber nun ist es wedder soweit und here we go!
Der August endete strahlend mit einem Trip der deutschen Austauschleutnante zum "Woodbury Commerce", einer Wild West Stadt, die seit 103 Jahren nur aus "Outlet-Stores" besteht, 24 Stunden, 7 Tage die Woche geoeffnet hat und das Bruttosozialprodukt von Nicaragua erwirtschaftet! Bewaffnet mit goldenen Kreditkarten, Stadtplaenen, die die ueber 650 Shops auflisten und im Ami-Chrysler-Raumschiff unseres Verbindungsoffiziers DJ wurden wir zu den anderen geschaetzten 20.000 Kapitalismus-Juengern gekarrt.
Waehrend die Damen mit den 6 Stunden Shopping-Zeit nicht aus- und mit 20 Riesentueten auch nicht mehr ohne Golf-Karts (!) voran kamen, genossen die Herren der Shopping-Schoepfung das Wetter, ihre leichte(n) Beute(l) und den Zirkus aus vorueber eilenden Japanern, schwer beladenen Russen, schnatternden Mexikanern und noergelnden Ami-Toechtern bei "Popcorn Steak" und "Financial Fries".
Nachdem wir den Cirque du Commerce in seiner ganzen Pracht und in der Praxis erlebt haben, hielt uns am 30. August ein sehr distinguierter Doctor Bromund von der Harvard und Ohio State University einen Vortrag ueber die Blueten und die Uebel des Kapitalismus und der Finanzwelt und wie die armen Briten unter beidem derart zu leiden haben, dass ihr Militaer noch unterfinazierter ist, als die gute alte Bundeswehr.Der 31. August war gekennzeichnet von "Bradworsd and Ssaukraud", die bei 2000 von 4000 Kadetten zu eingeschraenkter Dienstfaehigkeit und verlaengerten WC-Aufenthalten fuehrten, die deutschen Maegen jedoch wohl als Verbuendete betrachteten und gluecklicherweise verschonten. Neben Genesungswuenschen musste ich in meiner Funktion als Section Leader/Gruppenfuehrer noch ein paar zu verbessernde Dinge im Gruppendienstalltag aussprechen, was zu interessantem, interkulturellem Meinungsaustausch fuehrte. Das West Point System of "Jeder fuer Jeden" zielt darauf ab, dass jeder Kadett in seinen 4 Jahren hier theoretisch jede Aufgabe/jeden Dienstposten, bis hinauf zum Battalionskommandeur uebernehmen kann. Jeder Kadett, ob "Fantasie-Kommandeur" (denn es gibt eine "richtige" Kommandostruktur parallel zu der der Kadetten) oder "Funktionsmannschafter", soll weiterhin mit allen Kameraden in seiner Kommandostruktur eine persoenliche Beziehung aufbauen, bewertet Untergebene und wird von diesen bewertet und am Ende sollen alle eine grosse glueckliche Familie sein. Sobald jedoch die "echten" Vorgesetzten Befehle/Aufgaben zu verteilen haben, bleiben diese gern mal mehrere Tage unbeachtet oder gehen in der "Kadettenfamilie" und derem organisatorischen Wirrwarr unter.
Was auch mit dem Wetter los ist, als wir deutschen Austauschstudenten am Freitag, den 3. September zum "Tag der Arbeit Wochenende" (diese Amis, feiern 1. Mai im September... :) nach New York aufbrachen, war es ebenso herrlich wie die Flussfahrt auf der "Hogwarts-Faehre" von West Point zur Bahnstation nach Garrison und die Zugfahrt mit dem "Hogwarts-Express" zur New Yorker Grand Central Station.
Unser Hotel, das "POD" war ein kleines, stylishes und sauberes Prachtstueck, dass uns sicher, ruhig und dennoch sehr nah an allem, was Manhattan ist, beherbergt hat. Innerhalb von 15 Minuten waren wir am Time Square, dallerten in ein Burger Restaurant, zogen uns eine Stand-Up-Comedy Show rein und liessen uns vom NYC Nachtleben unterhalten.
Der naechste Morgen startete angenehm mit den besten Bagels New Yorks im Hotel-Garten und zwischen ruestigen Rentner-Sachsen und norwegischen Hippies, die ihren eigenen Mixer an den Tisch brachten, um alles, was sie sich bestellt hatten (Toast, Marmelade, Kaffee, Orangensaft), in einen "Guten-Morgen-Drink" zu verzaubern.
Die Saturday-Sightseeing-Tour fing an der 3rd Avenue an, fuehrte uns auf das Rockefeller-Building (72 Stockwerke), in den Nintendo-World Shop, in die U-Bahn nach Harlem (82% Schwarze) und nach Greenwich Village, wo sich Kuenstler, Schwule und schwule Kuenstler in einem der schoensten Viertel New Yorks versammeln.
Zwischen Parks, Bookstores, Videogame Stores, Starbucks und Kunstausstellungen (teils mit freiem Eintritt und Gratis-Kunstwerken abstrahierter suedlicher Koerperteile, teils mit 500 Dollar eintritt und dem Hinweis, dass wir ja nicht mal Anzug tragen) amuesierten wir uns bis zu einem japanischen Sushi-Restaurant.
Dort gab es abends alles, was das Sushi-Herz (Lachs, Thunfisch, viieele Gewuerze) und die Schaedeldecke hoeher schlagen laesst (das schaerfste Wasabi ever!). Schliesslich ging es zurueck zum Time Square und dessen ganz normalen Wahnsinn und ins 3D Kino zu "The Expendables", ein Sylvester Stallone Heldenlied im Stil der 80er Jahre "Auf's Maul"-Filme.
Sonntag war der Entspannungstag, der uns zum absolut schicken und trotz Ueberfuellung echt angenehmen Central Park und ins American Museum of Natural History fuehrte. Alles, was ueber den Central Park in Filmen, Buechern und im Allgemeinen gezeigt wird, ist tatsaechlich genau so: Es ist eine uebergrosse Gruenanlage mit Wander-, Jogging-, Picknick-Wegen, Teichen, Bruecken, Sportplaetzen und Leuten ohne Ende.
Das Museum of Natural History ist einer der groessten Museumskomplexe der Welt und man braucht laut Touristen-Info 3 Tage, um jede Ausstellung ueber Naturgeschichte, Menschheit, Saurier, Physik und Universum zu besuchen.
Das dicke Labor Day Weekend endete Montagabend mit einem Besuch meiner Psychologie-Klasse beim Dekan von West Point, der uns mit seiner Frau (unserer Psychologie Dozentin) zu Forschungszwecken zum Grillen und zum "Club der toten Dichter" kucken einlud.
Ladies and Gentlemen, ich wuensche Ihnen allen eine angenehme und erfolgreiche Spaetsommerwoche und freue mich, Ihnen bald schon den naechsten Bericht aus der Zauberschule und der Kadettenfamilie, aus der lustigsten Militaerakademie der Welt, vorzutragen!
PS: Ha, ich hab ihn gefunden...!
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