einen frohen Tag der deutschen Einheit nachtraeglich, alles Gute fuer den die Heimat fest im laubigen Griff habenden Herbst und eine angenehme Semester/Trimester-Start-Woche fuer alle studentisch Betroffenen!
Seit der Joint-igen Helikopter-Operation "Black Hawk UP" der US Army, dem Bundesheer (die lustigen Oesis) und der Bundeswehr haben sich in und um West Point erstaunliche Dinge abgespielt: Waehrend man im Aufenthaltsraum des West Point Hospitals auf noch haertere Medikament-Keulen zur Behandlung franzoesisch anmutender infizierter Nasen wartet, wird dem geneigten Gast Lektuere empfohlen, die nach Einschaetzung des ueberaus zuvorkommenden Pflegepersonals seinem Geschmack enstspricht.
Die Algorithmen und Variablen in dieser populaerwissenschaftlichen Operation sind mir zwar unbekannt geblieben, dafuer habe ich die Ehre gehabt, eines der einflussreichsten US Military Science-Fiction Werke studieren zu duerfen- Starship Troopers! Bis dato war mir nur der (zugegeben, recht unterhaltsame) Kaefer-Aliens-kriegen-von-Space-Marines-auf's-Maul Film ein Begriff, doch siehe da, das Buch wurde bereits 1959 von Robert A. Heinlein, einem ehemaligen Navy Lieutenant,geschrieben und schlaegt mit seiner ganz eigenen Sozial- und Strebensphilosophie den Film um Lichtjahre. Das zweite Buch nannte sich "Tausend strahlende Sonnen" und handelt von dem schicksalhaften Zusammentreffen zweier afghanischer Frauen im konfliktzeruetteten Land und liess mich besser einschlafen als eine Nacht lang Bob Ross auf Bayern Alpha!Nach einem erhol- und bildsamen Wochenendaufenthalt im luxurioesen West Point Krankenhaus, startete die neue Woche wie die letzte Woche endete: Stubendurchgaenge, kompaniefeldwebelige Repressalien gegen die armen Kadetten, waehrend man als "German Officer" vom Doellsten verschont bleibt, Klausuren, Tests und Hausaufgaben bis 24 Stunden schlicht zu wenig fuer einen Tag zu sein scheinen. Interessanterweise lassen einen jedoch Besonderheiten und Lageaenderungen in solch einem Rhythmus umso kaelter, je mehr ohnehin schon zu tun ist- West Pointler aller Dienstgrade grinsen drueber, zwitschern sich eine weitere Stiege Red Bull-Espresso rein und stecken mit ihrer Dienstfroehlichkeit selbst missmutiges Putzpersonal und Kadetten, die gerade ein Disziplinarverfahren durchlaufen an. Wer es um 5 Uhr morgens vor versammeltem Regiments-Stab und einem armen Tropf, der Mist gebaut hat, schafft, alle Anwesenden fuer den Tag zu motivieren und den Fehlgetretenen mit einem Kaffee und Keksen zu verabschieden, der besitzt beeindruckende Fuehrungsfaehigkeiten (oder ganz spezielle Kekse...).
Meter pro Versuch gehen, da sich uns deutschaffine Amerikaner, Regensburger Karnevalisten und Hamburger Kostuemvereine regelrecht in den Weg und ins Gespraech stuerzten. Doch stereotypische deutsche Feierei und Gemuetlichkeit sowie wirklich gute Bratwurst und Sauerkraut hielten uns nicht davon ab, zum Dinner in ein West Point gesponsortes (!) Nobelrestaurant zu gehen und die besten Barbecue Rippchen der Welt zu kosten. Um den Kreis zu schliessen fand sich unsere ohnehin bereits in Kreisen marschierende Feierabteilung im "Schneider" ein: Eine urige Bayern-Bar mit Biergarnituren, Polka, Weissbier, Brezeln, Lederhosen und Dirndln und dass alles zwei Strassen von der Wall Street entfernt und angefuellt mit 19.000 der 20.000 Oktoberfestbesucher (wieder ohne den schmal'n Bat'zi Ede Stoiber).
Die guten alten Kompanie-Grillabende und so manche interessierte Kadettenfamilie sorgen fuer zusaetzliche Abwechslung: Wenn man, nach medium-raren Steaks und Oreo-Keksen, mit einem alten 3-Sterne US General, seinem Oberstleutnant-Sohn und der freundlichen Kadetten-Enkelin in ein Steak-Restaurant geht, dann hilft das, sich wohl bemessen von aller West Point Action zurueckzulehnen (dabei sind die oertlichen Gepflogenheiten und vom Steak belastete Kleidungsstueckknoepfe zu bedenken) und zu freuen, dass es Steuben, Starship Troopers und Steak gibt.
Waehrend das West Point-Football Team ein weiteres Match knapp verlor, unser Platoon eine freizeit-bereichernde Zombie-Jagd veranstaltete und unsere Grappling-Abschlusspruefung darin bestand uns gegenseitig so effizient wie moeglich zu erwuergen/verpruegeln/zur Aufgabe zu zwingen, inspizierten eiskalte Regimentskommandeure unsere Stuben und hielten israelische Offiziere Vortraege ueber die delikate Lage im nahen und mittleren Osten. Nach mehr von allem Ueblichen (Tests, Sport, Hausaufgaben, Eichhoernchen zum Fruehstueck...-santreten) fand letzten Donnerstag die "Sylvanus Thayer Award Night" statt. Hier in West Point/Hogwarts ist Sylvanus Thayer als der Bruder von Salazar Slytherin bekannt, der das unglaublich vollgestopfte akademische Druckbetankungsprogramm West Points zu verantworten hat.
Mit Hurra-patriotischer Parade fuer den diesjaehrigen Gewinner, den ehemaligen US-Aussen- und Schatzminister James Baker III und nicht minder aufgeputscher Rede des alten Haudegens (anscheinend ist es Pflicht fuer alle Gastredner West Points dass sie "alte Haudegen" sind :) wurden wir nach einem endlosen Dinner, dass nur aus Salat bestand (!), ins Wochenende verabschiedet.
Ladies and Gentlemen, es wird mir eine Freude sein, Ihnen beim naechsten Mal von eben diesem Wochenende berichten zu duerfen, fuer heute wuensche ich Ihnen allen eine angenehme und erfolgreiche Rest-Woche und verbleibe mit besten Gruessen aus dem Steak-Hauptquartier der NATO!


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen