Guten Abend werte Damen und Herren,

nach der recht rock and rollenden richungsweisenden Reorgy-Week, wurde am Freitag, dem 13., froehlich weiter frueh angetreten. Doch ohne spartanischen Kriegslauf und nur mit droegem Fruehstueck befuellt, machte dies nur halb so viel Spass, was schliesslich durch ein Kompanie-Briefing in hoechst familiaerer Atmosphaere wieder ausgeglichen wurde. Da wird auf Couchen 'rumgeluemmelt, Brunch gemampft und nebenbei ueber die Aufgaben des Tages gesprochen. Aufgelockert wurde der bis dato ruhigste Tag durch Stuben- und Revierreinigung der Kompanie und den Spass, den die Abschlusskadetten und ich hatten, als wir stundenlang besagte Stuben und Reviere ueberprueften, arme kleine USMA Anfaenger erschreckten und nicht funktionierenden Email Accounts hinterher bastelten. Im Gegensatz zum nicht erinnerungswuerdigen Fruehstueck setzte die hiesige Kueche beim Mittag richtig einen drauf und servierte American Pie mit Vanilleeis, Brathaehnchen, Bratkartoffeln und Gemuese sowie Barbecuesauce- alles zusammen auf einem Teller...

Schwer beeindruckt vom Mittag liess der naechste Knaller nicht lange auf sich warten, und so veranstalteten Generaele und Oberste eine Hurra-patriotische, pathosdonnernde Comedyshow, die eigentlich nur die hochoffiziellen Krieger der USMA vorstellen sollte, aber eine Stimmung wie auf dem Oktoberfest erzeugte.
Nach argentinischem Rumpsteak zum Dinner wurde fleissig weiter "gebrieft", diesmal waren unser Kompaniechef und sein Spiess dran und schliesslich durfte jeder von uns mal was sagen- von "GO AMERICAAAA!!!" (*tosender Beifall und Oktoberfest*) bis hin zu schnarchlangweiligen Reden von IT-Spezialisten, die frecherweise stolz darauf waren, unsere kaputten Laptops und Email Accounts nach gut einer Woche endlich wieder zu reparieren.

Sonnabend gab es schliesslich die gross angelegte, lang und hart gedrillte "Acceptance Day Parade" der USMA fuer ihren neuen Kadettenjahrgang. Nach nochmaligem Vorueben von 5.30 bis 8 Uhr, wurde um 10 Uhr Ernst gemacht und ca. 3000 Besucher wurden vom Kadettenkorps begeistert. Nach einer erfrischend (An)sprachlosen Parade, in der stramm musiziert, aber bis auf Kommandos hier und da kein Wort gesprochen wurde, flanierten wir an politischen, militaerischen und wirtschaftlichen Groessen vorbei, die von kreischenden, Poster und Taschentuecher wedelnden Eltern flankiert wurden.




Bevor wir in unser wohlverdientes Wochenende wech'treten durften, hatten wir erst noch befohlenen Spass beim Company Barbecue, mit Burgern, Chips und Suesskram, schliesslich aber hiess es: Umziehen, raus hier und...- auf zum Picknick mit der Familie meines Stubenkameraden Colin an den Hudson River. Da ungefaehr 500 andere Familien auf die gleiche Idee gekommen waren, war es mehr Woodstock mit Dolce und Gabbana Blusen, Armani Shorts (die uebrigens nicht von meinen Aldi-Shorts zu unterscheiden sind!) und Kaviar-Toast.

Nach etwas Sport ging es abends zum "21st Birthday Bash" meines anderen Stubenkameraden Rob. Was mit 5 Mann als gemuetlicher Abend startete, wurde im Zuge von 3 Barbesuchen, viel zu vielen Drinks (und warmer Milch mit Honig bei mir) und durch die Abgeschiedenheit West Points zu einer 100 Mann Sause, die von Bier-Ping Pong, Eiswuerfelweitspucken und Limbotanz zu Uri Geller, alkeholgetraenkten Kadettenzombies und fragwuerdigen "Rules of Engagement" zwischen weiblichen und maennlichen Teilnehmern fuehrte.
Nachdem die Abschlussklasse der USMA also dafuer gesorgt hatte, dass sie mit den besten koerperlichen Voraussetzungen in ihr Herbstsemester startet, sollten Sie, meine Damen und Herren, dem Vorlesungsbeginn mit Hochspannung entgegen sehen!
Hochachtungsvoll, Ihr
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