Dienstag, 10. August 2010

Getting into the Action

Guten Morgen Ladies und Gentlemen,

ich danke Ihnen fuer Ihre Geduld und freue mich, nunmehr live und unmittelbar aus dem Herzen der United States Military Academy berichten zu koennen.



Nach einem recht fruehen Abflug vom Hamburger Luftschiffhafen in einer ziemlich betagten Maschine wurden wir Austauschstudenten zusammen mit heiteren aber den gesunden Studentenschlaf stoerenden Kleinkindern in Richtung USA verschifft. Noch mueder als wir "Urlauber" waren jedoch die Stewardessen, die sich, geraeuschvoll schnarchend, direkt neben uns in ihr "Skybed" (Himmelbett) luemmelten. Die 8 1\2 Stunden Flug vergingen trotz lahmer Filme und dem Kleinkind-Schnarch-Getuemmel wie im selbigen und gegen 11.30 Uhr Ortszeit landeten wir einen Touchdown auf dem New Yorker "Newark" Airport. Nach viel zu vielen Sicherheitskontrollen, bei 30 Grad Celsius und gut drauf wurden wir von unserem deutschen Verbindungsoffizier "DJ" in einem ungefederten, beeindruckend langsamen Bus abgeholt. Ueber die Fahrt zur Akademie versorgte der DJ uns mit Wasser, G'schicht'n aus'm Paulanergarten und aus West Point, die uns auf die "WP-Experience" vorbereiten sollten.

Nach 90 Minuten erreichten wir schliesslich Hogwarts-...aeh, West Point, aber es laesst sich echt nicht auseinander halten und Harry Potter wuerde sich hier pudelwohl fuehlen! Allerdings muesste er sich noch ein paar Muskeln anlegen und seine Hippie-Frisur schneiden lassen, um hier wirklich gluecklich werden zu koennen. Um bei Hogwarts und Harry zu bleiben, Hermine wuerde bestens nach West Point passen: So viele lernbeflissene und strebsame Maedchen aller Formen, Lautstaerken und Schoenheitsgrade wie hier sieht man im Militaer selten. Bei aller Ueberwaeltigung durch die schwer beeindruckenden Aussichten und den museumshaften, historisch bestens gepflegten Zustand der Akademie, kamen wir nicht umhin, uns irgendwie sehr schnell heimisch zu fuehlen.
Einen grossen Beitrag dazu leisteten und leisten sicherlich unsere "Host-Cadets", die als unsere Betreuer, Stubenkameraden und wandelnde Lexika dienen. Zusammen mit den Cadets 1st Class Colin Reynolds und Rob Tomszyck bin ich in der "General Omar Bradley-Kaserne", im 2. Kadetten-Regiment, auf einer 3-Mann-Stube untergebracht. Ausgestattet mit dem Flair unsanierter Bundeswehrkasernen, tierisch lauten Ventilatoren, die leicht Dienstanzugskrawatten ungewollt kuerzen koennen und einem seltsamen aber bequemen Bett, bildet Room 370 fuer die naechsten Monate meinen Kommandoposten.
Gepaeck abladen, Leute kennenlernen und den Staub von der Englisch-Zunge schuetteln funktionierte ganz gut, waehrend in der "Grand Mess Hall" essen zu gehen dafuer sorgte, dass wir mit offenem Mund rum sassen anstatt ihn mit hurra-patriotischem amerikanischen Abendessen zu fuellen. Die Mess Hall kann entweder mit Koenig Artus' Tafelsaal oder erneut mit der Festhalle Harry Potters verglichen werden und spottet in ihrer Groesse (5000 hungrige Maeuler koennen gleichzeitig gestopft werden) und ihrer Dekoration (originale Oelgemaelde von 1800-2010, Banner, Flaggen, Kathedralenathmosphaere) jeglicher nuechterner Beschreibung.
Nach einem Abendantreten, Kontaktaufnahme mit unserem direkten Vorgesetzten aus der Kompanie (Capt. O'Leary aus Texas, auch wenn er aussieht wie ein Rugby spielender, ungemuetlicher irischer Kobold, scheint er schwer in Ordnung zu sein) und viel 'Rumstehen und Zuschauen ging's 21.30 Uhr in die Koje. (und es war herrlich!)
 



















1 Kommentar:

  1. Hm, Hogwarts also? Dann sende ich Dir mal 'ne Eule mit ganz lieben Grüssen...

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