eine ereignisreiche, ach was soll's, eine VOELLIG ueberladene, verdrehte und heftig interessante Woche neigt sich dem Ende zu. Nach strammen Morgen-Antreten um 6.30 oder auch mal um 5 Uhr und unzaehligen Briefings, Kommandotreffen und wahrgenommenen Fuehrungsaufgaben ist es momentan fast schon truegerisch ruhig.
Oesterreichische, chilenische, japanische und deutsche Leutnante haben Postfaecher, Stundenplaene und Offiziersaebel bekommen, dass heisst, wir haben eine der exklusivsten Postanschriften, eine Menge Unterrichte und ein in Solingen, good old Germany, geschmiedetes Accessoire, welches auch die Herren gerne tragen. (oder zum Aufspiessen von Milchkartons, zum Irritieren dienstgradniederer Kameraden und als uebergrosses Essbesteck benutzen)
In der uns mit stolzgeschwellter Brust als neueste und schlappe 70 Millionen $ teure Errungenschaft vorgestellten "Jefferson Bibliothek" lagern zwar "nur" 750.000 Buecher, dafuer sind lebensgrosse Originalportraits von Thomas Jefferson, George Washington und anderen Gruendungsvaetern in ihr ausgestellt. Nachdem wir ueber unsere Rechte und Pflichten in West Point aufgeklaert wurden und uns schweren Herzens von Prunk und Protz verabschieden mussten, wurden wir im Umgang mit dem Offiziersaebel und fuer die "Acceptance Day Parade" der neuen Kadetten am Sonnabend gedrillt.
Rumpsteak zum Dinner, Raetselaufgaben zum "geistigen Training" und sehr deutschfreudige Kadetten sorgen fuer unser Wohlbefinden und so sind selbst stetes Drillen, 'ne Menge zu tun und um 5 Uhr aufstehen keine echten Spassbremsen.
Wenn 5000 Mann sich auf einem riesigen Exerzierplatz versammeln, es brechend heiss ist und viele Leute sich noch nicht wieder im effizientesten Arbeitsmodus befinden, kann es bei aller Strammheit schon mal dazu kommen, dass 104 von 125 Kadetten beim Antreten fehlen und beim Essen oder in der Formation einschlafen. Wenn 5000 Mann morgens um 5 Uhr meinen, sie muessen in Formation 10 Kilometer wie die Bekloppten rennen, Fahnen und Banner schwingen und (kein Spass!) "THIS IS SPARTAAAA!" bruellen, dann weiss man, dass man in West Point angekommen ist. Und wenn kein einziger zurueckfaellt, alles irgendwelche Marschlieder groelt ("My Grandma is now 92 and she does this run better than you!") und Generale im Morgenmantel auf der Veranda stehen und uns mit Gartenschlaeuchen erfrischen, dann weiss man, dass alles in Ordnung ist!
In diesem Sinne, Holido und FOR SPARTA!
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